Tansania Nationalparks: Eine der wichtigsten Aufgabe Tansanias ist der Naturschutz der Nationalparks.

Die 14 Tansania Nationalparks von denen viele das Herzstück eines weit umfangreicheren geschützten Ökosystems bilden, sind zu besonderen Lebensräumen erklärt worden, um das reiche Naturerbe des Landes zu schützen und um sichere Fortpflanzungsgebiete zu schaffen, wo Fauna und Flora gedeihen können und wo sie nicht durch die Ansprüche einer stetig wachsende menschliche Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Indem Sie sich für einen Besuch Tanzanias entscheiden, unterstützen Sie die außergewöhnlichen Investitionen eines Entwicklungslandes in die Zukunft. Trotz Bevölkerungsdrucks hat Tanzania fast 42.000 qkm seiner Fläche zu Schutzgebiet erklärt. Die Reservate, Naturschutzgebiete und Meeresparks eingerechnet, schützten Tansania auf die eine oder andere Art mehr als ein Drittel seines Territoriums – wesentlich mehr als die meisten wohlhabenden Nationen der Welt.

Die Tansania Nationalparks bedeuten Schutz für viele Tiere, die von der Ausrottung durch den Menschen bedroht wären.Wenn alle mitarbeiten und sich verantwortlich fühlen, können diese lebenswichtigen Ökosysteme bestehen bleiben und zum Wohl künftiger Generationen beitragen.

Jeder dieser Parks präsentiert seine eigene individuelle Pflanzen- und Tierwelt in einem stets unterschiedlichen Ambiente, das stets in Bewegung bleibt und sich ständig verändert. Genießen Sie diese Einzigartigkeit und nächtigen Sie in wunderschönen Lodges oder direkt nahe dran und schlafen Sie am Lagerfeuer in gut bewachte Camps.

ARUSHA-NATIONALPARK

Obwohl dieser Nationalpark der Nordtansanischen Safarihauptstadt Arusha am nächsten liegt, wird er von Safari-Reisenden nicht selten übersehen, was schade ist, denn er bietet die Möglichkeit, innert weniger Stunden eine höchst reizvolle Vielfalt an Lebensräumen zu erkunden. Wenn man den Parkeingang passiert hat, gelangt man in einen schattigen Bergwald, der von neugierigen Diademmeerkatzen, farbenfrohen Turakos und Trogons sowie akrobatischen schwarzwei ß en Colobus-Affen bewohnt wird – diese auch Guerezas genannten Affen kann man auf dem nördlichen Safari-Circuit nur hier leicht beobachten. Mitten in diesem Wald erhebt sich der spektakuläre Ngurdoto-Krater, dessen steile, felsige Wände einen sumpfigen Boden umschlie ß en, auf dem Herden von Büffeln und Warzenschweinen leben.

Weiter nördlich schmiegen sich die stillen, wunderschönen Momela-Seen in die sanften, grasbewachsenen Hügelzüge. Zuweilen tönen Tausende von Flamingos die Flachwasser dieser Seen rosa. Die Momela-Seen ernähren eine Vielfalt von einheimischen und wandernden Wasservögeln. In den feuchten Uferzonen zeigen struppige Wasserböcke ihre gro ß en leierförmigen Hörner. Zwischen weidenden Zebraherden gleiten Giraffen über die grasbewachsenen Hügel, während Paare gro ß äugiger Dikdiks in niederes Gebüsch stieben wie überdimensionierte dürrbeinige Hasen.

Zwar trifft man im Arusha-Nationalpark nur selten auf Elefanten und gar nie auf Löwen, dafür kann man unter Umständen Leoparden und Tüpfelhyänen beobachten, die am frühen Morgen und am späten Nachmittag herumschleichen. Im Morgengrauen und während der Abenddämmerung ist zudem die Wahrscheinlichkeit am grö ß ten, dass sich die Wolkendecke am östlichen Horizont auflöst und die nur 50 km entfernten majestätischen schneebedeckten Gipfel des Kilimanjaros sichtbar werden.

Es ist aber nicht der Kilimanjaro, der den Parkhorizont beherrscht, sondern sein bescheidenerer Cousin, der Mount Meru, der mit seinen 4’566 m immerhin der fünfthöchste Berg Afrikas ist. Von seinen im Park liegenden Gipfeln und östlichen Ausläufern, wo man wunderbar wandern kann, genie ß t man eine unvergleichliche Aussicht auf seinen berühmten Nachbarn.

Wer den Meru besteigt, wandert zuerst durch bewaldete Savanne, trifft dort immer wieder auf Büffel und Giraffen, gelangt dann in Wälder voller Fackellilien und hängendem Spanischem Moos (Tillandsia) und erreicht schlie ßlich die hochgelegene, von Riesenlobelien besetzte offene Heidelandschaft. Strohblumen klammern sich an die alpine Einöde, feinbehufte Klippspringer beobachten den Aufstieg der Wanderer. Steht man dann auf dem zerklüfteten Gipfel des Meru, sieht man sich dem unverhüllten, in der aufgehenden Sonne errötenden Kilimanjaro gegenüber.

Größe

137 qkm

Lage

Im Nordosten Tansanias, nordöstlich der Stadt Arusha.

MANYARA-SEE-NATIONALPARK

Der sich über eine Länge von 50 km am Fuße des 600 m hohen rost-goldenen Rift-Valley-Abhangs hinziehende Manyara-See ist ein landschaftliches Juwel, das von Ernest Hemingway als „das Schönste, was ich je in Afrika gesehen habe“ gepriesen wurde.

Auf kleinem Raum bietet die Tierbeobachtungs-Rundfahrt durch den Manyara-Park alles, was man auf Safari in Tansania erleben kann. Hinter dem Eingangstor windet sich die Straße durch einen Abschnitt üppigen dschungelähnlichen Grundwasserwalds, wo Hundertschaften von Pavianen nonchalant am Straßenrand faulenzen, Diademmeerkatzen flink durch die uralten Mahagonibäume turnen, zierliche Buschböcke vorsichtig aus dem Schatten treten und seltsam große Wald-Nashornvögel im hohen Blätterdach laut und misstönend rufen.

Einen Kontrast zur Intimität des Waldes bildet die grasbewachsene Schwemmebene, von der man über den alkalihaltigen See weit nach Osten sieht zu den zerklüfteten blauen Vulkangipfeln, die sich aus den endlosen Massai-Steppen erheben. Große Büffel-, Gnu- und Zebraherden versammeln sich auf diesen grünen Ebenen. Dort finden sich auch viele Giraffen, manche von ihnen farblich so dunkel, dass sie aus der Distanz schwarz erscheinen.

Der schmale Gürtel Akazienwald im Innern der Schwemmebene ist der bevorzugte Aufenthaltsort der legendären Bäume erkletternden Löwen und der Elefanten mit ihren eindrücklichen Stoßzähnen. Scharen von Zebramangusten flitzen zwischen den Akazien hin und her, während die winzigen Kirk-Dikdiks im Schatten der Bäume nach Nahrung suchen. Oft sieht man die Silhouetten von Klippspringer-Paaren auf den Felsen über einem Feld von Heißwasserquellen, die am Rand des südlichen Seeufers dampfen und blubbern.

In Manyara lernt man Tansanias Vogelwelt auf ideale Art und Weise kennen. Über 400 Arten hat man bisher verzeichnet, und sogar wer Afrika zum ersten Mal besucht, darf damit rechnen, ungefähr 100 dieser Arten während eines einzigen Tages beobachten zu können. Zu den Höhepunkten gehören die Tausende rosafarbener Flamingos auf ihrer ständigen Wanderschaft sowie andere große Wasservögel wie Pelikane, Kormorane und Störche.

Größe

330 qkm, wovon bei hohem Wasserstand bis gegen zwei Drittel auf den See entfallen.

Lage

In Nordtansania. Das Eingangstor befindet sich an einer kürzlich asphaltierten Straße anderthalb Stunden vom 126 km westlich gelegenen Arusha entfernt ganz in der Nähe der ethnisch vielfältigen Marktstadt Mto wa Mbu.

Anreise

Mit dem Auto, Charter- oder Linienflugzeug von Arusha aus. Manyara eignet sich als Zwischenhalt auf dem Weg zur Serengeti und zum Ngorongoro-Krater.

Unternehmungen

Tierbeobachtungsfahrten, Kanufahrten bei genügend hohem Wasserstand, Kultur-Ausflüge, Fahrradtouren, Abseilen und Waldwanderungen an den Hängen außerhalb des Nationalparks.

Beste Reisezeit

Trockenzeit (Juli–Oktober) für große Säugetiere; Regenzeit (November–Juni) für Vogelexpeditionen, den Besuch der Wasserfälle und Kanufahrten.

Unterkunft

Ein Luxus-Camp mit Baumhaus-ähnlichen Unterkünften, öffentliche Bandas und Campingplätze im Nationalpark; ein Luxus-Zeltlager und zwei Lodges hoch über dem See; verschiedene Pensionen (guesthouses) und Campingplätze im nahe gelegenen Mto wa Mbu.

NGORONGORO CONSERVATION AREA

NGORONGORO KRATER

Das Ngorongoro-Naturschutzgebiet ist ein Welt Kultur-und Naturerbe.

Es hat eine Fläche von 8.292 Quadratkilometer und liegt auf einer Meereshöhe zwischen 1.020 und 3.587 Metern und umfaßt ganz verschiedene Lebensräume.

Vom offenen Grasland zum Gebirgswald und von Buschebenen bis zur Hochlandheide.

Die üppigen Weidegründe und stets vorhandenes Wasser ernähren eine große Zahl von Tieren; bis zu 25.000, vorwiegend Grasfresser, halten sich gleichzeitig im Krater auf. Zu ihnen gehören Gnus, Zebras, Gazellen, Büffel, Elefantenantilopen, Kongoni (Kuhantilopen) und Warzenschweine.

Die Moore und Wälder ernähren Flusspferde, Elefanten, Wasserböcke, Riedböcke und Buschböcke, Paviane und grüne Meerkatzen.

Die steilen Kraterhänge bieten dem Dikdik und dem seltenen Bergriedbock Schutz.

Auf den mit kurzen Gras bewachsenen Kraterboden finden sich viel Schakale und Löffelhunde, sowie Löwen, Leoparden, Geparde und Severale.

Eine ständige Gefahr für die Nashornbabys sind die großen Hyänenrudel die den Krater durchstreifen.

Was den Krater auch so einzigartig macht ist, dass es recht gut gelang das Gleichgewicht von Mensch und Natur zu wahren, nicht zuletzt durch die dort lebenden Massai. Ihr traditioneller Lebensstil erlaubt es ihnen im Einklang mit der Natur zu leben.

Der Tourismus stellt eine wichtige Einnahmequelle für den Krater und die gesamte Region dar und wird entsprechend befürwortet und entwickelt.

Allerdings beobachten die Biologen die stetig wachsende Zahl von Touristen mit Sorge, da es für viele Tiere, auch für die Nashörner immer schwieriger wird Rückzugsgebiete, Ruhe, zu finden.

Auch besteht der Verdacht, das durch die Autoreifen Samen einer eigentlich aus Südamerika stammenden Pflanzenart in den Krater gelangten. Die Pflanze bedeckt inzwischen schon weite Flächen und wird von den Tieren als Futterpflanze nicht geschätzt.

SERENGETI NATIONAL PARK

Eine Million Gnus – alle sind sie vom selben uralten Rhythmus des unerbittlichen Lebenskreislaufes getrieben: drei Wochen wilde Gebietskämpfe und stürmische Paarung; das Überleben der Stärkeren, wenn sich 40 km lange Züge auf dem alljährlichen Exodus nach Norden durch Gewässer drängen, wo die Krokodile lauern; schließlich der nur kurze Zeit dauernde Wiederaufbau der Spezies durch die mehr als 8’000 täglich geborenen Kälber, bevor die 1’000 km lange Pilgerschaft erneut beginnt.

Tansanias ältester und beliebtester Nationalpark, die Serengeti, ist berühmt für die sich jährlich wiederholende Wanderungszeit, wenn sechs Millionen Hufe über die offenen Ebenen stampfen, wenn mehr als 200’000 Zebras und 300’000 Thomsongazellen sich dem Zug der Gnus nach frischen Weidegründen anschließen. Doch sogar wenn keine Wanderung stattfindet, bietet die Serengeti zweifellos das eindrücklichsten Tierschauspiel Afrikas: große Büffelherden, kleinere Gruppen von Elefanten und Giraffen sowie Tausende und Abertausende von Elenantilopen, Topis, Kuhantilopen, Impalas und Grantgazellen.

Ein allgegenwärtiges Erlebnis in Tansanias größtem Nationalpark ist der Kampf auf Leben und Tod zwischen Raubtier und Beutetier. Goldmähnige Löwenrudel machen dank der Fülle von Grasfressern reiche Beute. Einsame Leoparden suchen den Akazienbaum-gesäumten Seronera-Fluss heim, während viele Geparden die südöstlichen Ebenen durchstreifen. An kaum einem anderen Ort Afrikas kommen alle drei afrikanischen Schakalarten wie hier zusammen vor. Und dann gibt es auch noch die Tüpfelhyäne und eine Vielzahl scheuer kleinerer Raubtiere, vom insektenfressenden Erdwolf bis zum wunderschönen Serval.

Die Serengeti wird aber nicht nur von großen und größeren Säugetieren bewohnt. Grellfarbige Siedleragamen und Klippschliefer huschen über die vereinzelten Granit-Kopjes. Gut 100 Arten von Pillendreher-Käfern sind bisher verzeichnet worden, dazu mehr als 500 Vogelarten, die vom imposanten Strauß über den bizarren Sekretärsvogel des offenen Graslands bis hin zu den Kaffernadlern reichen, die scheinbar ohne Anstrengung über den Lobo-Hügeln kreisen.

So gewaltig wie das Tierschauspiel ist das befreiende Erlebnis von Raum, das für die Serengeti-Ebenen kennzeichnend ist, die sich über sonnenverbrannte Savannen zum schimmernden goldenen Horizont am Ende der Erde erstrecken. Die Regenzeit verwandelt diese goldene Fläche in einen endlos grünen, von Wildblumen übersäten Teppich. Neben den Ebenen gibt es auch bewaldete Hügel, turmhohe Termitenhügel sowie mit Feigenbäumen und orange-verstaubten Akazienwäldern gesäumte Flüsse. Mag die Serengeti auch noch so beliebt sein, sie ist so riesig, dass Sie womöglich der einzige menschliche Zuschauer sind, der miterlebt, wie ein Löwenrudel seine nächste Mahlzeit einzukreisen beginnt.

Größe

14’763 qkm

Lage

335 km von Arusha entfernt; im Norden grenzt der Park an Kenia und im Westen an den Victoriasee.

Anreise

Linien- und Charterflüge ab Arusha, Lake Manyara und Mwanza. Mit dem Auto von Arusha, Lake Manyara, Tarangire oder vom Ngorongoro-Krater aus.

Unternehmungen

Heißluftballon-Safaris, Ausflüge zu den Felsmalereien der Massai und den Musical Rocks. Besuch des benachbarten Ngorongoro-Kraters, der Olduvai-Schlucht, des Ol-Doinyo-Lengai-Vulkans und der Flamingos am Natron-See.

Beste Reisezeit

Um der Wanderung der Gnus zu folgen: Dezember–Juli; um Raubtiere zu beobachten: Juni–Oktober.

Unterkunft

Im Park gibt es vier Lodges, vier Luxus-Zeltlager und über den Park verteilt verschiedene Campingplätze; knapp außerhalb des Parks findet man ein Luxus-Camp, eine Lodge und zwei Zeltlager.

HINWEIS

Route und Zeit der Gnuwanderung können nicht genau vorausgesagt werden. Planen Sie mindestens drei Tage ein, um sicherzugehen, dass sie den Gnus begegnen, und reservieren Sie sich noch mehr Zeit, wenn Sie auch die größeren Raubtiere sehen möchten.

TARANGIRE-NATIONALPARK

Tag für Tag ein wolkenloser Himmel. Die brennende Sonne saugt auch die letzte Feuchtigkeit aus der Landschaft, backt die Erde zu einem staubigen Rot, das vertrocknete Gras ist brüchig wie Stroh. Der Tarangire ist nur noch ein Schatten seiner selbst, des mächtigen Flusses der Regenzeit. Und doch zieht er Massen von Tieren an. Durstige Nomaden haben Hunderte ausgedorrter Kilometer zurückgelegt im Wissen, dass es hier immer Wasser gibt.

Herden von bis zu 300 Elefanten scharren im trockenen Flussbett nach Wasseradern, während wandernde Gnus, Zebras, Büffel, Gazellen, Kuh- und Elenantilopen sich an den schwindenden Wasserlöchern drängen. Es ist die größte Konzentration wild lebender Tiere außerhalb des Serengeti-Ökosysstems – ein gedeckter Tisch für Raubtiere – und der Ort in Tansania, wo man Festland-Antilopen wie den stattlichen Büschelohr-Spießbock und die eigenartige Giraffengazelle regelmäßig beobachten kann.

Während der Regenzeit verteilen sich die Tiere des Tarangire über ein Gebiet von 20´000 Quadratkilometern, bis sie die grünen Ebenen kahl gefressen haben und der Fluss erneut ruft. Im Gegensatz zu den anderen Tieren des Parks sind die Elefantenherden auch während der Regenzeit leicht zu finden. Die stets grünen Sümpfe ziehen 550 Vogelarten an: nirgends sonst auf der Welt brüten in einem Gebiet mehr Arten.

Auf trockenerem Grund findet man die Riesentrappe, den Schwergewichtler unter den fliegenden Vögeln, ferner den Massai-Strauß, den größten Vogel der Welt, schließlich kleine Gruppen von wie Truthähne schreienden Nashornvögeln. Ganz besonders interessierte Vogelliebhaber halten vielleicht Ausschau nach kreischenden Schwärmen von farbenprächtigen Schwarzköpfchen und nach dem farblich etwas matteren Rotschwanzweber und dem Grauglanzstar – Vögeln, die nur in den trockenen Savannen Nordzentraltansanias vorkommen. Verlassene Termitenhügel werden häufig von Kolonien liebenswürdiger Zwergmangusten aufgesucht und von Flammenkopfbartvögel-Paaren, welche die Aufmerksamkeit wegen ihrer lauten uhrwerkartigen Duette auf sich ziehen Die Pythons des Tarangire erklettern Bäume, das tun auch die Löwen und Leoparden im Park. Die Katzen liegen faul im Geäst, wo die Früchte des Leberwurstbaumes das Zucken ihrer Schwanzspitzen tarnen.

Größe

2’600 qkm

Lage

118 km südwestlich von Arusha

Anreise

Problemlos mit dem Auto ab Arusha oder Lake Manyara auf einer asphaltierten Straße, von der es dann noch 7 km bis zum Park-Haupteingang sind. Man kann zum Ngorongoro-Krater und der Serengeti weiterfahren. Charterflüge von Arusha und der Serengeti aus.

Unternehmungen

Geführte Safariwanderungen, Tagesausflüge zu Massai- und Barabaig-Dörfern sowie zu den Hunderten uralter Felszeichnungen in der Nähe von Kolo an der Dodoma-Strasse.

Beste Reisezeit

Der Park kann das ganze Jahr über besucht werden,

vorzugsweise aber in der Trockenzeit (Juni–September), weil man dann die

größten Tieransammlungen sieht.

Unterkunft

Im Park eine Lodge, eine Lodge mit Zelten und ein Luxus-Zeltlager.

Ein weiteres halbes Dutzend exklusive Lodges und Zeltcamps liegen unmittelbar

außerhalb der Parkgrenze. Campingplätze im Park und um den Park herum.

KILIMANJARO NATIONAL PARK

ilimanjaro. Allein sein Name wirkt geheimnisvoll. Bedeutet er nun Berg des Lichts, Berg der Erhabenheit oder Berg der Karawanen? Oder doch wieder etwas ganz anderes? Die einheimischen Wachagga haben nicht einmal einen Namen für das ganze Massiv. Kipoo (woraus Kibo wurde) nennen sie den berühmten schneebedeckten Gipfel, der als höchste Erhebung Afrikas majestätisch über dem Kontinent wacht.

Welche Bedeutung man seinem Namen auch immer geben mag, der Kilimanjaro ist ein Sinnbild für die ergreifende Schönheit Ostafrikas. Warum, werden Sie verstehen, wenn Sie ihn sehen. Der Kilimanjaro ist nicht nur Afrikas höchster Gipfel, sondern auch der höchste frei stehende Berg der Erde. In atemberaubender Abgeschiedenheit erhebt er sich vom ihn umgebenden, auf ungefähr 900 m über Meer liegenden Küsten-Buschland auf Ehrfurcht gebietende 5’895 m.

Der Kilimanjaro ist einer der zugänglichsten Hochgebirgsgipfel der Erde, ein Leitstern für Besucher aus aller Welt. Die meisten Bergsteiger erreichen den Kraterrand mit wenig mehr als einem Wanderstock, angemessener Kleidung und Entschlossenheit. Und trotzdem hat, wer es bis zum eigentlichen Gipfel, dem Uhuru Point, schafft oder bis zum Gillman’s Point am Kraterrand, sich seine Gipfelurkunde – und seine Erinnerungen – redlich verdient.

Der Kilimanjaro bietet aber wahrlich mehr als bloß seinen Gipfel. Diesen Berg hochzusteigen ist gleichsam eine klimatische Weltreise von den Tropen in die Arktis. Noch ehe man auf einer Höhe von 2’700 m die Grenze zum Nationalpark überschreitet, machen die bewirtschafteten Ausläufer des Massivs üppigem Bergwald Platz, in dem scheue Elefanten, Leoparden, Büffel, der gefährdete Abbotducker und andere kleine Antilopenarten sowie Primaten leben. Noch höher liegt das Moorland, wo eine Decke von Riesenheidekraut mit fremd anmutenden Riesenlobelien übersät ist. Über 4’000 m ernährt eine surreale alpine Einöde kaum mehr als ein paar widerstandsfähige Moose und Flechten. Schließlich weicht dann auch das letzte bisschen kümmerlicher Vegetation einer Winterwunderlandschaft aus Eis und Schnee – und der überwältigenden Schönheit des Dachs des Kontinents.

Größe

755 qkm

Lage

Nordtansania, nahe der Stadt Moshi.

Anreise

128 km von Arusha aus; etwa eine Autostunde ab Kilimanjaro-Flughafen.

Unternehmungen

Sechs übliche Trekking-Routen zum Gipfel; ferner einige anspruchsvollere Bergsteigerrouten. Tages- oder Mehrtageswanderungen auf der Shira-Hochebene. Naturpfade auf den unteren Abschnitten. Forellenfischen. Einen Besuch lohnt der wunderschöne Chala-Kratersee an den südöstlichen Hängen des Bergs.

Beste Reisezeit

Von Dezember bis Februar ist das Wetter am wärmsten und die Sicht am klarsten. Von Juli bis September ist es zwar auch trocken, aber weniger warm.

Unterkunft

Hütten und Campingplätze am Berg. Mehrere Hotels und Campingplätze außerhalb des Parks im Dorf Marangu und in der Stadt Moshi.

HINWEIS: Wandern Sie langsam. Damit geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich auf die wechselnden Bedingungen einzustellen, und Sie erhöhen Ihre Chancen, den Gipfel zu erreichen. Beugen Sie der Höhenkrankheit vor, indem Sie mindestens fünf, besser sogar noch mehr Übernachtungen für den Aufstieg einplanen. Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie die Schönheit des Berges.

MIKUMI-NATIONALPARK

Noch verhüllen dichte Dunstschwaden den anbrechenden Morgen. Doch schon tauchen die ersten Sonnenstrahlen das Meer flauschiger, sich im Morgenwind kräuselnder Grasspitzen in einen rotbraunen Schein. Eine Herde Zebras, die zu dieser Beutestunde auf die Tarnwirkung ihrer Streifen vertraut, posiert wie eine Gruppe Ballerinas, die Köpfe ausgerichtet, die Streifen in fließender Bewegung ineinander übergehend.

Der Mikumi-Nationalpark lehnt sich an die nördliche Grenze von Afrikas größtem Wildreservat, dem Selous. Er wird von der asphaltierten Daressalam-Iringa-Straße durchschnitten und ist deswegen der zugänglichste Teil einer 75’000 Quadratkilometer großen Wildnis, die sich nach Osten fast bis zum Indischen Ozean erstreckt.

Das beliebte Herzstück des Parks, die Mkata-Schwemmebene mit ihrem offenen Horizont und der reichen Tierwelt, wird oft mit den berühmteren Ebenen der Serengeti verglichen. Auf den abgeflachten Spitzen von Termitenhügeln und während der Regenzeit zuweilen auch hoch oben in den Bäumen liegen Löwen und überwachen ihr grasbewachsenes Reich und die es durchziehenden Zebra-, Gnu-, Impala- und Büffelherden. In den vereinzelten schattigen Akazien-Beständen entlang des Mkata-Flusses, wo sich auch Mikumis Elefanten gerne aufhalten, sind Giraffen auf Futtersuche.

Nicht zuletzt dank dem guten Wegnetz ist die Mkata-Schwemmebene vielleicht der verlässlichste Ort in Tansania, wenn man die mächtige Elenantilope, die größte Antilopenart der Welt, beobachten möchte. Die nicht weniger eindrücklichen Großer Kudu und Rappenantilope suchen die Miombowald-bedeckten Ausläufer der Berge heim, die sich an den Parkgrenzen erheben. Mehr als 400 Vogelarten sind auf dem Gebiet des Parks verzeichnet worden, unter ihnen solch farbige Bewohner wie die Grünscheitelracke, der Gelbkehlpieper und der Gaukler. Während der Regenzeit gesellen sich Scharen von europäischen Zugvögeln zu ihnen. Hauptattraktion der zwei Wasserstellen 5 km nördlich des Park-Haupteingangs sind die Flusspferde, die dort in Gesellschaft ständig wechselnder Wasservogelpopulationen leben.

Größe 3’230 qkm; der viertgrößte Park Tansanias und Teil eines weit größeren Ökosystems, des riesigen Selous Game Reserve.

Lage 283 km westlich von Daressalam, nördlich des Selous Game Reserve, und am Weg zu den Nationalparks Ruaha, Udzungwa und (für die Unerschrockenen) Katavi.

Anreise Eine gute asphaltierte Straße verbindet Mikumi über Morogoro mit Daressalam (rund vier Stunden Fahrt). Straßenverbindungen gibt es ferner mit Udzungwa, Ruaha und (allerdigs nur in der Trockenzeit) Selous. Charterflüge ab Daressalam, Arusha oder Selous. Per Regionalbus von Daressalam zur Parkverwaltung, wo Safarifahrten organisiert werden können.

Unternehmungen Tierbeobachtungsfahrten und geführte Wanderungen. Besuchen Sie den nahe gelegenen Udzungwa-Nationalpark oder reisen Sie weiter zum Selous-Wildreservat oder Ruaha-Nationalpark.

Beste Reisezeit Der Park kann ganzjährig besucht werden.

Unterkunft Zwei Lodges, zwei Luxus-Zeltlager, drei Campingplätze; Pensionen (guesthouses) in Mikumi am Rand des Parks.

UDZUNGWA-MOUNTAINS-NATIONALPARK

Düster und urzeitlich – die Udzungwa-Wälder wirken wie verzaubert: ein grünes Refugium sonnenbefleckter Lichtungen, die von 30 Meter hohen Bäumen umschlossen sind, deren Schrunden von Pilzen, Flechten, Moosen und Farnen überwuchert sind.

Udzungwa ist das größte und biologisch vielfältigste einer Kette von einem Dutzend großer bewaldeter Gebirge, die sich majestätisch aus dem flachen Küstenbuschwerk Osttansanias erheben. Zusammen bilden sie die Eastern Arc Mountains. Man nennt diesen Archipel isolierter Gebirge aber auch Afrikas Galapagos wegen seines Schatzes an endemischen, das heißt nur hier vorkommenden Pflanzen und Tieren, allen voran das zarte Afrikanische Veilchen. Von den uralten Gebirgszügen des Eastern Arc hat nur Udzungwa den Status eines Nationalparks erhalten. Für Tansania einzigartig ist, dass sich das lückenlose Blätterdach seines Waldes von einer Meereshöhe von 250 m auf über 2’000 m hochzieht.

Zwar ist Udzungwa ist nicht das typische Ziel für Tiersafaris, dafür ist der Nationalpark ein Anziehungspunkt für Wanderer. Ein ausgezeichnetes Netz von Waldwegen ermöglicht zum Beispiel die beliebte Halbtageswanderung zum Sanje-Wasserfall, der sich 170 Meter tief durch dunstige Gischt in das darunter liegende bewaldete Tal stürzt. Der anspruchsvollere, zwei Übernachtungen nötig machende Mwanihana-Trail führt auf das Hochplateau, wo man einen Rundblick auf die Zuckerplantagen der Umgebung genießt, bevor man zum Mwanihana-Peak aufsteigt, dem zweithöchsten Punkt des Gebirges.

Ornithologen zieht es wegen der mehr als 400 hier lebenden Vogelarten nach Udzungwa. Zu diesen zählen beispielsweise der wunderschöne und einfach zu findende Grünkopfpirol, aber auch mehr als ein Dutzend schwer aufzuspürender Arten, die in den Eastern Arcs heimisch sind. Vier Vogelarten kommen gar nur in Udzungwa vor, unter ihnen ein erst 1991 entdecktes Waldrebhuhn, das in Asien nähere Verwandte hat als in Afrika. Zwei der sechs hier lebenden Primaten-Arten, den Uhehe-Rotkopf-Guereza (Iringa red colobus) und den Sanje-Mangabe, gibt es nirgendwo sonst auf der Welt, wobei Letzterer erst 1979 durch Biologen entdeckt wurde. Zweifellos hat dieser große Wald noch nicht alle seine Schätze enthüllt: durch seine fortdauernde wissenschaftliche Erforschung wird der Katalog an hier heimischen Arten bestimmt noch wachsen.

Größe 1’990 qkm

Lage 5 Stunden (350 km) von Daressalam entfernt; 65 km südwestlich von Mikumi.

Anreise Mit dem Auto ab Daressalam oder vom Mikumi-Nationalpark aus.

Unternehmungen Von einer zweistündigen Wanderung zum Wasserfall bis zu Camping-Safaris. Besuchen Sie diesen Nationalpark in Verbindung mit dem nahe gelegenen Mikumi-Nationalpark oder als Zwischenstation auf dem Weg zum Ruaha-Nationalpark.

Beste Reisezeit Man kann den Park das ganze Jahr über besuchen, allerdings sind die Wege in der Regenzeit rutschig. Die Trockenzeit beginnt im Juni und endet im Oktober vor der kurzen Regenzeit; man sollte jedoch stets auf Regen gefasst sein.

Unterkunft Zelten im Park (Lebensmittel und Ausrüstung muss man selbst mitbringen). Zwei bescheidene, aber bequeme Lodges mit En-Suite-Zimmern stehen einen Kilometer vom Parkeingang entfernt.

SELOUS RESERVAT

Das Schutzgebiet wurde zu Ehren von Frederic Courtney Selous, einem Naturforscher, Entdecker, Jäger und Soldaten, benannt, der 1917 während des 1. Weltkrieges dort fiel. Sein Grab befindet sich im Selous Game Reserve, nahe einer Bergkette, die als Beho Beho bekannt ist.

Nur ein vergleichsweise kleiner Teil des Reservats nördlich der Rufiji-Ruaha- und Mgeta-Ruvu-Flußsysteme ist als fotografisches Gebiet geöffnet. Der riesige Süden bleibt weitgehend unberührt.

Der Great Ruaha fließt bei der spektakulären Stieglers Gorge in den Rufiji. In dieser Schlucht wurde der deutsche Entdecker Stiegler 1907 von einem Elefanten getötet. Nach der Einmündung des Ruaha in das Rufiji-Flußsystem, bildet das Gewässer eine Reihe von Seen, in denen, neben einer Vielzahl von anderen Wildtieren und Vögeln, häufig Flußpferdherden von bis zu 50 Stück gezählt werden können.

Tansania ist die Heimat einer der letzten großen Elefantenpopulationen der Welt. Die meisten dieser Elefanten werden im Selous Game Reserve gefunden. Diese Dickhäuter können beim Baden im Rufiji und anderen Flüssen oder bei der Nahrungssuche in den Palmsümpfen gesehen werden, oder beim Überqueren des Weges gerade vor Ihnen.

Löwen sind häufig zu sehen, ebenso wie die riesigen Büffelherden, die zahlenmäßig häufigsten Tiere des Reservats. Mit etwas Glück kann ein Rudel Wildhunde beobachtet werden. Hier ist einer der letzten Plätze in ganz Afrika, wo man auf diese Tierart stoßen kann. Gnus, Zebras, Giraffen, Wasserböcke, Paviane oder Elandantilopen kann man in den Savannen und Waldungen beobachten, nur um ein paar Arten zu nennen, die man im Selous findet.

Die extrem reiche Vogelwelt schließt Goliathreiher, Klaffschnäbel, Hammerköpfe, Schreiseeadler, Nektarvögel, Eisvögel und viele andere mit ein und begeistert Ornithologen genauso wie andere Naturliebhaber.

Die beste Zeit den Selous zu besuchen ist Juni bis März, in den übrigen, regnerischen Monaten sind große Teile des Gebietes wegen Überflutung unerreichbar.

Das Selous Game Reserve wurde 1982 von den Vereinten Nationen zum „WELTNATURERBE“ deklariert.

RUAHA NATIONAL PARK

Die Safari beginnt, als unsere Maschine aufsetzt. Eine Giraffe prescht dem Landestreifen entlang, ganz Hals und Beine, ungelenkig erscheinend, und doch seltsam elegant. In ihrem Gefolge überquert ein Trupp Zebras in geordneter Reihe die Landebahn. Etwas weiter weg haben einige der 10’000 Elefanten Ruahas, der größten Elefantenpopulation aller ostafrikanischen Nationalparks, im Schatten eines dicken Affenbrotbaumes schützend ihre Jungen in die Mitte genommen.

Zwar ist die Wildnis des Katavi-Nationalparks noch unberührter, dafür ist der Ruaha-Nationalpark viel zugänglicher. Er schützt ein großes Gebiet unwegsamen, halbtrockenen Buschlands, das typisch ist für Zentral-Tansania. Seine Lebensader ist der Great-Ruaha-Fluss, der sich während des Höhepunkts der Regenzeit seinen flutengewaltigen Weg entlang des östlichen Parkrands bahnt, der danach aber schwindet, bis nur noch kostbare verstreute Wasserlöcher übrig sind, die von blendenden Flächen aus Sand und Fels umgeben sind.

Entlang des Great Ruaha und seiner saisonalen Zuflüsse gibt es ein gutes Netz von Tierbeobachtungswegen. Während der Trockenzeit riskieren dort Impalas, Wasserböcke und andere Antilopen ihr Leben für einen Schluck kraftspendenden Wassers. Die Bedrohung kommt nicht nur von den 20 und mehr Tieren umfassenden Löwenrudeln, welche die Savanne beherrschen, sondern auch von durchs offene Grasland schleichenden Geparden und den in dichten Flussdickichten lauernden Leoparden. Die eindrückliche Ansammlung von großen Raubtieren wird noch verstärkt durch Streifen- und Tüpfelhyänen sowie durch mehrere auffallende Rudel des von der Ausrottung bedrohten Afrikanischen Wildhundes.

Ruaha verdankt seine erstaunliche Vielfalt an Antilopen seiner Lage in der Übergangszone zwischen ostafrikanischer Akazien-Savanne und dem Miombo-wald-Gürtel des südlichen Afrikas. Die Grantgazelle und der Kleine Kudu haben im Park ihr südlichstes Verbreitungsgebiet, die Rappen- und die Pferdeantilope sowie der hier in einer der größten Populationen Ostafrikas lebende, das Emblem des Parks bildende Große Kudu, bei dem das Männchen durch seine herrlichen korkenzieherförmigen Hörner besonders auffällt, sind hingegen typische Bewohner von Miombowäldern. Eine ähnliche Dualität erkennt man in der Liste der 450 hier vertretenen Vogelarten: Neben den typischen zentraltansanischen Arten, wie dem Schwarzköpfchen und dem Grauglanzstar, lebt hier zum Beispiel der Haubenbartvogel – ein reizvoller gelb-schwarzer Vogel, dessen anhaltendes Trillern ein typischer Klang des südlichen Busches ist.

SAADANI-NATIONALPARK

Palmen wiegen sich in der kühlenden Brise des Ozeans. Weißer Sand und blaues Wasser glitzern zauberhaft unter der tropischen Sonne. Traditionelle Dhows segeln langsam vorbei, angetrieben durch ihre sich im Wind blähenden Segel, während Swahili-Fischer vor einem wunderbar roten Sonnenaufgang ihre Netze auswerfen.

Saadani ist, wo Strand und Busch aufeinander treffen. Als einziges Naturschutzgebiet Ostafrikas stößt es an den Indischen Ozean und rühmt sich aller Attribute, welche die tansanische Küstenlinie und deren Inseln bei europäischen Sonnenanbetern so beliebt machen. Doch Saadani ist auch der Ort, wo diese gemütlichen Stunden des Sonnenbadens durch einen gemächlich vorbeiziehenden Elefanten unterbrochen werden oder durch einen Löwen, der seinen Durst an einem nahen Wasserloch stillen kommt!

Während Saadani bereits seit den sechziger Jahren als Tierreservat unter Schutz gestanden hatte, wurde es erst 2002 zum Nationalpark erklärt, als es eine Ausdehnung auf über das Doppelte seines früheren Gebietes erfuhr. Bis Ende der neunziger Jahr hatte das Reservat sehr unter der Wilderei gelitten, die letzten Jahre haben nun aber eine entscheidende Wende gebracht dank eines konzertierten Schlages gegen die Wilderer, der darin besteht, die angrenzenden Dörfer in das Naturschutzprojekt zu integrieren.

Heute kann man auf Tierbeobachtungsfahrt und auf Wanderungen eine überraschende Vielfalt von Grasfressern und Primaten sehen, unter ihnen Giraffen, Büffel, Warzenschweine, Wasserböcke, Riedböcke, Kuhantilopen, Gnus, Rotducker, Große Kudus, Elenantilopen, Rappenantilopen, Gelbe Babuine und Grüne Meerkatzen. Immer häufiger begegnet man Herden von bis zu 30 Elefanten, ferner leben hier verschiedene Löwenrudel, dazu Leoparden, Tüpfelhyänen und Schabrackenschakale. Auf Bootsausflügen auf dem Mangroven-gesäumten Wami-Fluss ist die Wahrscheinlichkeit groß, Flusspferde, Krokodile und eine Auswahl von Meeres- und Flussvögeln zu sehen, unter ihnen den Mangroven-Eisvogel und den Kleinen Flamingo, während die Strände eine der letzten großen Brutstätten auf Tansanias Festland für brütende Suppenschildkröten sind.

Größe

1’100 qkm

Lage

Saadani liegt an der Nordküste, ungefähr 100 km Luftlinie nordwestlich von Daressalam und ungefähr die gleiche Distanz südwestlich vom Meereshafen Tanga.

Anreise

Charterflüge (in Zukunft eventuell auch Linienflüge) ab Sansibar oder Daressalam. Dreimal pro Woche Shuttle-Bus ab Daressalam, die Reise dauert 4 Stunden in jede Richtung. Keine Straßen von Daressalam entlang der Küste – man folgt der asphaltierten Straße Richtung Moshi während 160 km und setzt die Reise dann auf einer nicht asphaltierten Straße fort (60 km). Außer nach heftigem Regen kann man Saadani von Tanga und Pangani aus mit Allrad-Geländewagen erreichen.

Unternehmungen

Tierbeobachtungsfahrten und geführte Wanderungen; Bootsausflüge; Schwimmen. Besuch des Fischerdorfes Saadani, das innerhalb des Reservats liegt. Dort kann man Ruinen besichtigen, die von Saadanis Blütezeit im 19. Jahrhundert als wichtigem Handelshafen zeugen.

Beste Reisezeit

Saadani ist das ganze Jahr über zugänglich, allerdings sind die Zufahrtsstraßen in den Monaten April und Mai zuweilen unpassierbar. Die beste Zeit für Tierbeobachtungen ist im Januar und Februar sowie von Juni bis August.

Unterkunft

Ein Luxus-Zeltcamp. Campingplätze sind in Planung.

MKOMAZI-NATIONALPARK

Hier erlebt man das Spitzmaulnashorn und Wildhund noch in freier Wildbahn.

Mkomazi liegt östlich der Pare Mountains am Rand eines mitteltrockenen Savannenstreifens, der sich in Kenias angrenzenden Nationalpark Tsavo East erstreckt. Jeden Tag passieren tausende Menschen seine Tore in Same Town an einer von Tansanias verkehrsreichsten Fernstraßen. Nur wenige jedoch wissen, welche unberührte, von Akazien bedeckte Schönheit neben den Usambara und Pare Gebirgen und, in der Ferne, dem Kilimandscharo wartet.

Das Spitzmaulnashorn und der Wildhund, beides gefährdete Spezies, haben eine Zuflucht in diesem Wildreservat gefunden, das zusammen mit dem angrenzenden Reservat Umba zu einem Nationalpark werden soll, um diese und andere Arten besser schützen zu können. Das Nashornschutzgebiet innerhalb des Parks hat internationale Bekanntheit für die Rehabilitation des Nashorns erlangt und bietet für Besucher unzählige Möglichkeiten, die Tiere zu beobachten und mehr über sie zu erfahren.

Auch Herden der langhalsigen Gerenuks mit ihren bizarren, an Aliens erinnernden Köpfen überleben im Gegensatz zu anderen Antilopenarten in Mkomazis trockenem Gebiet; Gerenuks stellen sich sogar auf die Hinterbeine, um sich nach kleinen Blättern auf dornigen Büschen und Bäumen zu strecken.

Der Name des Parks stammt vom Wort des Pare-Stammes für “Wasserquelle” und bezieht sich auf den Umba, der entlang Mkomazis südöstlicher Grenze fließt. Durch den Fluss und andere Wasserstellen wimmelt es im Park von kleinen und großen Säugetieren wie Schabrackenschakalen, Löwen, Geparden, Leoparden, Kleinen Kudus, Giraffen, Büffeln, Elefanten und Zebras. Vogelbeobachter können sich daran erfreuen, Ausschau nach einer der rund 450 Vogelarten von Mkomazis Ausschau zu halten, deren Bandbreite vom Baumhopf bis zum Savannenadler und vom Papagei bis zum Eisvogel reicht.

Als Nationalpark wird Mkomazi zu einem prächtigen Wildschutzgebiet werden, in dem Gäste die verborgenen Schätze von Tansanias Natur entdecken können.

Über den geplanten Nationalpark Mkomazi

Größe: 3.234 km², mittlerweile geteilt in die Wildreservate Mkomazi (2.010 km²) und Umba (1.224 km²).

Lage: Im Nordosten von Tansania. Im Norden grenzt Kenias Nationalpark Tsavo West an. Mkomazi liegt in den Regionen Kilimandscharo und Tanga, 112 km von Moshi Town und 550 km von Dar Es Salaam entfernt.

Anreise

Mit dem Auto ist Mkomazi einfach über Same Town auf der Fernstraße Arusha – Dar Es Salaam erreichbar.

Charterflüge fliegen die Flughäfen Zange, Same, Kisima und Ibaya an.

Aktivitäten

Safarifahrten und -wanderungen, Bergwanderungen, Camping und Vogelbeobachtung.

Erfahren Sie im Mkomazi Nashornschutzgebiet mehr über die Erhaltung von Arten und das Rhinozeros.

Reisezeit

Der Zeitraum von Ende Juni bis Anfang September eignet sich am besten für die Beobachtung von Säugetieren und Vögeln. Die Landschaft präsentiert sich zwischen März und Juni in voller Pracht.

Unterbringung

Ein halbpermanentes Zeltlager, Babu’s Camp, in der Nähe des Parkhauptquartiers. Mehrere spezielle Lagerstellen im gesamten Reservat.

Kleine Hotels und Gästehäuser in Same Town.

KATAVI-NATIONALPARK

Abgelegen, unbändig und selten besucht, ist der Katavi-Nationalpark eine ursprüngliche Wildnis, welche die wenigen Unerschrockenen, die sich dorthin vorwagen, mit dem erhebenden Gefühl Afrikas belohnt, wie es vor einem Jahrhundert geherrscht haben muss. Tansanias drittgrößter Nationalpark liegt im abgelegenen Südwesten des Landes, in einem abgeschnittenen Rift-Valley-Arm, der in der seichten, düsteren Ausdehnung des Rukwa-Sees endet.

Der größte Teil Katavis ist mit einer seltsam formlosen Decke von dichtem Miombo-Trockenwald überzogen, der umfangreichen, aber scheuen Gruppen von Elen-, Rappen- und Pferdeantilopen Schutz bietet. Der eigentliche Anziehungspunkt für Tierbeobachter ist aber der Katuma-Fluss mit seinen Schwemmebenen, zu denen die saisonalen Seen Katavi und Chada gehören. Während der Regenzeit ziehen diese üppigen, sumpfigen Seen unzählige Wasservögel an, und sie ernähren Tansanias dichteste Ansammlungen von Flusspferden und Krokodilen.

Am eindrücklichsten ist Katavi aber während der Trockenzeit, wenn das Wasser zurückweicht. Am jetzt zu einem seichten, schmutzigen Rinnsal gewordenen Katuma, der einzigen Trinkwasserquelle in einem weiten Umkreis, und in den ihn flankierenden Schwemmebenen halten sich schier unglaubliche Ansammlungen von Tieren auf. Geschätzte 4’000 Elefanten kann man dann in dieser Gegend antreffen, dazu verschiedene Büffelherden mit Tausend und mehr Tieren, während eine Vielzahl von Giraffen, Zebras, Impalas und Riedböcken eine leichte Beute für die zahlreichen Löwen- und Tüpfelhyänenrudel darstellen, deren Territorien auf den Schwemmebenen aufeinander treffen.

Katavis spektakulärstes Tiererlebnis sind aber doch die Flusspferde. Gegen Ende der Trockenzeit kann es vorkommen, dass bis zu 200 Tiere auf einmal in einen noch genügend tiefen Flusstümpel plumpsen. Und je mehr Flusspferde sich an einem Ort versammeln, desto hitziger wird die Rivalität zwischen den männlichen Tieren – blutige Revierkämpfe sind alltäglich. Dem unterlegenen Männchen bleibt nichts anderes übrig, als unglückselig auf den offenen Ebenen herumzuschleichen, bis es wieder genügend Mut für eine neue Konfrontation gefasst hat.

Größe

4’471 qkm

Lage

Südwesttansania, östlich des Tanganjikasees. Der Parkhauptsitz in Sitalike befindet sich 40 km südlich von Mpanda.

MAHALE-BERG-NATIONALPARK

Tief im Herzen Afrikas, unerreichbar mit dem Auto und nur 100 km südlich von der Stelle, wo Stanley seinen unsterblichen Gruß “Doctor Livingstone, I presume” aussprach, gibt es einen Ort, der an einen idyllischen Insel-Strand im Indischen Ozean erinnert. Sanfte weiße Buchten umfassen das leuchtend blaue Wasser des Tanganjikasees, der im Schatten einer Kette wilder, Dschungel-verhüllter Berggipfel liegt, die das Ufer um fast 2’000 m überragen: die abgelegenen und geheimnisvollen Mahale-Berge.

Wie sein nördlicher Nachbar Gombe Stream bietet auch der Mahale-Nationalpark einem Teil der letzten frei lebenden Schimpansen Afrikas ein Refugium. Rund 800 dieser Tiere leben hier; sie sind dank einem seit den sechziger Jahren laufenden japanischen Forschungsprojekt an menschliche Besucher und Besucherinnen gewöhnt. Das Aufspüren der Mahale-Schimpansen ist ein magisches Erlebnis. Die Führer erspähen die Behausungen der vergangenen Nacht: schattige Klumpen hoch oben in einer Galerie himmelwärts drängender Bäume. Herumliegende halbgefressene Früchte und frischer Kot werden zu wertvollen Hinweisen und führen tiefer in den Wald. Schmetterlinge huschen durch das fleckige Licht der Sonne. Und plötzlich findet man sich mitten unter den Schimpansen: in Gruppen eng zusammenhockend, säubern sich die Tiere gegenseitig das glänzende Fell, andere streiten sich laut, während wieder andere mühelos in die Bäume klettern, wo sie sich läßig von Liane zu Liane schwingen.

Das Gebiet ist auch unter dem Namen Nkungwe bekannt, dem heiligen Berg des Tongwe-Volkes. Mit seinen 2’460 m ist er der höchste und auffallendste der sechs Gipfel des Parks, die zusammen die Mahale-Kette bilden. Zwar sind die Schimpansen Mahles Hauptattraktion, an den Berghängen leben aber weitere interessante Dschungeltiere, so leicht zu beobachtende Rote Colobus-Affen, Rotschwanzmeerkatzen und Diademmeerkatzen sowie ein Kaleidoskop von Waldvögeln.

Sie können dem alten Pilgerpfad des Tongwe-Volkes zu den Berggeistern folgen. Durch den Berg-Regenwald-Gürtel, wo eine nur hier vorkommende Art des Angola-Colobus-Affen lebt, wandern Sie auf grasbewachsene Höhen, wo verbreitet Gebirgsbambus wächst. Später baden Sie im traumhaft klaren Wasser des längsten, zweittiefsten und am wenigsten verschmutzten Süßwassersees der Welt, in dem schätzungsweise 1’000 Fischarten leben. Schließlich reisen Sie so zurück, wie Sie gekommen sind, per Boot.

Größe:

1’613 qkm

Lage:

An den Ufern des Tanganjikasees in Westtansania.

Anreise:

Per Charterflugzeug ab Arusha, Daressalam oder Kigoma. Per Privat- oder Nationalpark-Charter-Motorboot von Kigoma aus (3–4 Stunden). Mit dem Dampfschiff ab Kigoma einmal pro Woche (sieben Stunden); für die restliche ein- bis zweistündige Reise mietet man ein Fischerboot oder fordert bei der Parkzentrale ein Parkboot an.

Unternehmungen:

Schimpansen-Beobachtungstouren (2 Tage einplanen), Wandern, Campingsfaris; Schnorcheltauchen, Fischen fürs Abendessen.

Beste Reisezeit:

Die Trockenzeit (Mai–Oktober) ist am geeignetsten für Waldwanderungen, die aber auch während der nicht intensiven Oktober/November-Regenzeit problemlos sind.

Unterkunft:

3 Luxuszeltlager mit Saisonbetrieb.

Zwei kleine Rasthäuser, ein großer Campingplatz.

HINWEIS: Für Mahale gelten dieselben Regeln für das Beobachten von Schimpansen wie für Gombe.

GOMBE-BACH-NATIONALPARK

Tief aus dem Wald ertönt ein lautes, aufgeregtes „Whuup“, das sofort durch ein Dutzend anderer Stimmen verstärkt und immer lauter, schneller und höher wird, bis es seinen rasend kreischenden Höhepunkt erreicht hat. Es ist der berühmte „Keuchschrei“-Ruf: ein Gemeinschaftsritual, das den Beteiligten erlaubt, sich gegenseitig an den unterschiedlichen Stimmen zu erkennen. Für den durch den uralten Gombe-Stream-Wald wandernden menschlichen Zuhörer ist dieser Schaudern bewirkende Ausbruch auch ein Zeichen, dass eine Begegnung mit dem nächsten genetischen Verwandten des Menschen unmittelbar bevorsteht: dem Schimpansen.

Gombe ist der kleinste Nationalpark Tansanias: ein fragiler Streifen Schimpansenland, der die steilen Hänge und Flusstäler bedeckt, welche die sandigen nördlichen Ufer des Tanganjikasees umschlie ßen . Seine an menschliche Besucher gewöhnten Schimpansen wurden berühmt durch die Pionierarbeit von Jane Goodall, die 1960 eine Verhaltensstudie in Angriff nahm, die heute als längste aktuelle Studie ihrer Art in der Welt gilt. Der Matriarch Fifi, der letzte lebende Vertreter der ursprünglichen Gemeinschaft, der erst drei Jahre alt war, als Goodall Gombe zum ersten Mal betrat, kann immer noch regelmä ß ig von Besuchern gesehen werden.

Schimpansen teilen mehr als 98 % ihrer Gene mit uns Menschen, und es braucht keinen wissenschaftlichen Experten, um die je verschiedenen Repertoires an Keuchen, Rufen und Schreien zu unterscheiden, welche die Stars, die wichtigen Nebenrollen und die „ferner spielten“ charakterisieren. Wenn Sie einem Schimpansen in die Augen schauen und er Sie seinerseits mustert, erleben Sie vielleicht unverhofft einen Moment gegenseitigen Erkennens über die schmalste Grenze zwischen Vertretern verschiedener Spezies.

Die am häufigsten zu sehenden übrigen Säugetiere des Parks sind auch Primaten. Ein Trupp dasSeeufer bevorzugende Anubispaviane, die seit den sechziger Jahren erforscht werden, kennt kaum Berührungsängste, während Rotschwanzmeerkatzen und Rote Colobus-Affen – Letztere werden häufig von Schimpansen gejagt – sich lieber hoch oben in den Bäumen aufhalten. Zu den gut 200 Vogelarten des Parks gehören so unterschiedliche Vertreter wie der berühmte Fischadler und der juwelenhafte Rote Tropfenastrild, der zahm auf den Arealen der Besuchercenter herumhüpft. Nach Einbruch der Dunkelheit spiegelt sich der sternenklare Nachthimmel in den Hunderten von Laternen der kleinen Holzboote, die auf dem See schaukeln und den Anschein erwecken, als breite sich dort eine Stadt aus.

Größe

52 qkm, Tansanias kleinster Nationalpark

Lage

Im Westen des Landes, 16 km nördlich von Kigoma an den Ufern des

Tanganjikasees.

KITULO-PLATEAU-NATIONALPARK

Die Einheimischen nennen ihn Bustani ya Mungu – den Garten Gottes –, während Botaniker ihn als Serengeti der Blumen rühmen, Stätte „eines der eindrücklichsten Blumenschauspiele der Welt“. Tatsächlich ist Tansanias jüngster Nationalpark ein botanisches Juwel: Nicht weniger als 350 Gefä ß pflanzen-Arten, darunter allein 45 verschiedene Landorchideen, sind hier zu Hause, und sie verwandeln den Park während der Haupt-Regenzeit von Ende November bis April in ein faszinierendes Meer von Farben.

Die auf ungefähr 2’600 m über Meer zwischen den zerklüfteten Gipfeln der Kipengere-, Poroto- und Livingstone-Berge liegende gut bewässerte vulkanische Kitulo-Erde ernährt die umfangreichste und bedeutendste Gebirgs-Grasland-Gemeinschaft Tansanias. Als eines der wichtigsten Einzugsgebiete des Great-Ruaha-Flusses ist Kitulo auch der erste Nationalpark im tropischen Afrika, der vor allem wegen seiner Blumen bekannt wird – und zwar nicht nur wegen der Vielfalt an Orchideen, sondern auch wegen der wunderschönen gelb-orangen Fackellilie und einer Auswahl von Aloen, Proteen, Geranien, Riesenlobelien, Lilien und Astermargeriten (aster daisies), von denen mehr als 30 Arten nur in Süd-Tansania vorkommen.

Großwild ist hier eher selten, nur vereinzelt streifen zähe Berg-Riedböcke und Elenantilopen durch das offene Grasland. Dagegen ist das Botaniker- und Wandererparadies Kitulo höchst reizvoll für Vogelliebhaber. Tansanias einzige Population der seltenen Schwarzflügeltrappe ist im Park zu Hause neben einer hier brütenden Kolonie bedrohter Stahlschwalben und standorttreuen Arten wie der Reichenowwida, dem Nijombe-Zistensänger und dem Kipengere-Zeisig. Im Park beheimatete Schmetterlingsarten, Chamäleons, Eidechsen und Frösche tragen ferner zum biologischen Reichtum dieses Paradieses bei.

Größe

442 qkm

Lage

Südtansania. Das zeitweilige Park-Hauptquartier befindet sich ungefähr 100 km von Mbeya entfernt in Matamba.

Anreise

Nur mit Allrad-Geländewagen. Ab Chimala, das 78 km östlich von Mbeya an der asphaltierten Hauptstraße nach Daressalam liegt, geht es Richtung Süden auf der spektakulären, allerdings nicht asphaltierten Straße namens Hamsini na Saba (57) – die Zahl ist die Summe ihrer Haarnadelkurven. Hat man die Übergangsverwaltung in Matamba erreicht, steht noch eine einstündige Fahrt zur Hochebene bevor. Einfache, aber unregelmäßig verkehrende öffentliche Transportmittel sind vorhanden.

Unternehmungen

Es gibt gute Wanderwege, die demnächst zu einem Netz ausgebaut werden sollen. Ferner kann man frei übers Grasland wandern, um Vögel zu beobachten und Wildblumen zu bestaunen. Die benachbarten Gebirgszüge laden zum Bergsteigen ein. Schließlich erreicht man in einer halbtägigen Wanderung durch die Livingstone-Berge die zauberhafte Matema Beach am Nyasa-See.

Beste Reisezeit

Die beste Zeit für Wildblumen liegt zwischen Dezember und April. Die sonnigeren Monate September bis November sind angenehmer für Wanderungen, dafür weniger lohnend für Pflanzenliebhaber. Von Juni bis August ist es kalt und neblig.

Unterkunft

In Mbeya gibt es alles vom Luxushotel bis zur einfachen Pension (guesthouse). In Matamba kann man in zwei einfachen Pensionen unterkommen. Im Park selber gibt es bis heute keine Unterkünfte, doch bietet die benachbarte Kitulo Farm sehr einfache Unterkunft und Verpflegung an. In Planung sind drei Campingplätze innerhalb des Parks für vollausgerüstete Camper. An der Matema Beach gibt es zwei günstige Herbergen (hostels), die von der Kirche betrieben werden.

RUBONDO-INSEL-NATIONALPARK

Ein Fischadlerpaar bewacht die sanfte Bucht, das auffallende Muster ihres schwarz-weiß-kastanienbraunen Federkleids glänzt kräftig in der Morgensonne. Plötzlich werfen sie gleichzeitig ihre Köpfe zurück und ein Schrei durchdringt die Luft. Auf der Sandbank darunter schrickt ein riesiges, wohl genährtes Krokodil aus seinem Schlummer, stürmt durchs trockene Unterholz und kracht vor dem Boot ins Wasser. Einen Moment später sehen wir nur noch sein wachsames Augenpaar, das drohend unseren Bewegungen folgt.

Die Insel Rubondo liegt in der südwestlichen Ecke des sich zwischen Tansania, Uganda und Kenia ausbreitenden Victoriasees, des zweitgrößten Sees der Welt. Rubondo und die zu ihr gehörenden neun kleineren Inseln schützen kostbare Fischlaichgründe. Wohlschmeckende Tilapia sind die Hauptnahrung der gelb-fleckigen Otter, die in den felsigen Buchten der Insel herumjagen, während der räuberische Nilbarsch, der über 100 kg wiegen kann, eine lockende Herausforderung für weltrekordverdächtige Fänge suchende Sportangler ist.

Aber Rubondo ist mehr als nur ein Wasserwunderland. Einsame Sandstrände schmiegen sich an unberührte Wälder, in denen der gefleckte Buschbock sich flink und leise einen Weg sucht durch das Labyrinth aus Tamarinden, wilden Palmen und pfahlwurzelumrankten Wildfeigenbäumen. Die zottelige, am Wasser lebende Sitatunga, andernorts die scheueste aller Antilopen, kann hier bemerkenswert einfach beobachtet werden, nicht nur in ihrem typischen Lebensraum, den Papyrussümpfen, sondern auch im Inneren des Waldes.

Vögel sind allgegenwärtig. Schwärme von Afrikanischen Graupapageien, die auf der Insel ausgesetzt wurden, nachdem man sie bei illegalen Exporteuren beschlagnahmt hatte, veranstalten ein komisch unharmonisches Gekreisch, während sie wild zwischen den Bäumen hin und her flattern. Das strahlende Himmelblau eines tief im Schilf sitzenden Zwerghaubenfischers misst sich mit dem schillernden wallenden Schwanz eines Paradiesschnäppers, der durch den Wald am Seeufer schießt. Reiher, Störche und Löffler brüten zahlreich in den sumpfigen Uferzonen. Zu ihnen gesellen sich jedes Jahr Tausende von eurasischen Zugvögeln. Im Wald, aus dem ein geheimnisvolles Bankett von Düften strömt, wachsen wilder Jasmin und 40 verschiedene Orchideenarten.

Neunzig Prozent des Parks sind Feuchtwald, sonst findet man vor allem offenes Grasland und am See gelegene Papyruswäldchen. Einheimische Säugetiere – Flusspferde, Grüne Meerkatzen, Ginsterkatzen und Mangusten – teilen ihren geschützten Lebensraum mit angesiedelten Arten wie Schimpansen, schwarzweißen Colobus-Affen, Elefanten und Giraffen, die alle aus Rubondos Abgeschiedenheit Nutzen ziehen.

Größe

240 qkm

Lage

Nordwest-Tansania, 150 km westlich von Mwanza.

Anreise

Während der Hochsaison Linienflüge ab Arusha, Lake Manyara, der Serengeti und Mwanza. Außerhalb der Hochsaison nur Charterflüge. Mit dem Auto von Mwanza bis zum See, dann im Boot übersetzen. Näheres über die Anreise erfahren Sie bei der Parkverwaltung.

Unternehmungen

Safariwanderungen, Bootsausflüge, Sportangeln, Schimpansentouren; in Planung: Kanuausflüge.

Beste Reisezeit

Trockenzeit (Juni–August). Die Regenzeit (November–März) lohnt sich wegen der Wildblumen und Schmetterlinge. Von Dezember bis Februar kann man viele Zugvögel beobachten.

Unterkunft

Ein Luxus Zeltcamp, Park-Bandas und ein Campingplatz.